Das Mahlsteinmuseum

Das Mahlsteinmuseum Neu Kleinow in der Uckermark ist die größte frei zugängliche Sammlung prähistorischer Mahlsteine in Norddeutschland.

Die Sammlung umfasst mehr als 130 Mahlsteine und Drehmühlen, deren Anfänge mit der Besiedelung der Uckermark vor über 6000 Jahren in Zusammenhang stehen und reicht bis in das Mittelalter, als Slawen und Deutsche diese Landschaft bewohnten.

Gründer der Sammlung war Willi Wever, der am 2.1.1934 in Twiste bei Kassel geboren wurde. Ein Jahr später gingen seine Eltern als Neusiedler wieder zurück in den Norden Deutschlands – nach Neu Kleinow, wo Willi Wever seine Schul- und Jugendjahre in der Uckermark verbrachte und Bauer wurde.

In den 1970er Jahren, Willi Wever war mittlerweile verheiratet und hatte drei Kinder, entdeckte er seine Liebe zur Bodendenkmalpflege.

Angeleitet von Hans Buhrow unternimmt Willi Wever erste archäologische Flurbegehungen in der Umgebung von Neu Kleinow und kann auch schnell die ersten Fundstätten der Bodendenkmalpflege melden.

Wie und wann genau Willi Wever seine Leidenschaft für die Mahlsteine entdeckte, lässt sich nicht genau sagen.


Willi Wever inmitten seiner Sammlung

Fest steht, dass er im Laufe der Jahre immer mehr Mahlsteine den Ämtern meldet. Dass die Uckermark steinreich ist, weiß hier jedes Kind und jedes Jahr aufs Neue müssen die Bauern ihre Äcker von Steinen mit zum Teil gigantischen Größen befreien, um ihre Maschinen nicht zu ruinieren.

In der näheren Umgebung kannten alle die Leidenschaft von Willi Wever und so wurde mancher Stein von Nachbarn, Freunden und Kollegen zu Willi Wever gebracht.

Für seine Verdienste um die Bodendenkmalpflege wurde Willi Wever im Jahre 2004 mit dem Brandenburgischen Denkmalpreis geehrt.

Abgerundet wird die Mahlsteinsammlung in Neu Kleinow unter anderem durch ein slawisches Flechtwerkhaus, das Willi Wever errichtete und in dem so mancher Kleinfund auf das Leben in der Uckermark vor vielen tausend und hunderten von Jahren Zeugnis ablegt. Ebenso gewährt ein Steinkreis Einblick in die Bestattungssitten der Vorzeit.

Willi Wever, der im Laufe der Jahre ein ausgewiesener Kenner dieser Steine wurde, konnte bis zu seinem Tod im Jahre 2017 diese einzigartige Sammlung von Mahlsteinen zusammen tragen.

Seine Frau und sein ältester Sohn haben beschlossen, das Vermächtnis von Willi Wever in Ehren zu halten und so besteht das Mahlsteinmuseum weiterhin in Neu Kleinow.

Jeder, ob groß oder klein, ist herzlich eingeladen, sich ein Bild davon zu machen, wie schweißtreibend es in grauer Vorzeit war, das Mehl für das tägliche Brot zu mahlen.